Bereits als Schülerin stellt Adèle fest, dass ihre Zuneigung den Frauen gilt. Ihre ersten sexuellen Erfahrungen macht sie zwar mit einem Mann, empfindet aber nicht viel dabei. Schließlich verliebt sie sich in die Kunststudentin Emma, deren Aussehen und Gebaren sie enorm anspricht. Tatsächlich lassen sich die beiden auf eine Affäre ein, die sich bald zu einer echten Beziehung entwickelt. Nach der Schulausbildung erlernt Adèle den Beruf der Pädagogin, kann aber nicht von Emma lassen. Die wiederum nutzt die Tatsache, dass Adèle ihr verfallen ist und macht sie zu ihrer Muse. Das behagt der jungen Partnerin aber nicht besonders und als Emma dann auch noch viel Zeit mit ihrer Ex-Freundin verbringt, ist Adèle derart eifersüchtig, dass sie sich dem nächstbesten Mann in die Arme wirft …

Regisseur Abdellatif Kechiche ("Couscous mit Fisch") hat sich den gleichnamigen Comic vorgenommen und sorgte mit dem Ergebnis während der Filmfestspiele in Cannes 2013 auch gleich für Schlagzeilen. Denn Kechiche schildert die Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen relativ freizügig mit expliziten Sexszenen, ergeht sich aber auch bei der dreistündigen Laufzeit in elendig langen Einstellungen, die den Zuschauer eher quälen als erhellen. Hätte er hier häufiger die Schere angesetzt, ihm wäre dank des starken Darstellerduos ein ergreifendes, hochemotionales Werk über eine lesbische Liebe gelungen. So bleibt leider der Beigeschmack der extremen Langatmigkeit. Dennoch wurde das Werk in Cannes mit der Goldenen Palme gekürt.



Foto: Alamode