Die "Avenue des Champs Elysées" ist die berühmteste Straße der Welt: Luxusflaniermeile für die einen, Symbol nationalen Stolzes für die anderen. Sie ist eine Art Schaufenster Frankreichs. Am einen Ende der Straße stand einst die Guillotine der Revolution, am anderen Ende ließ Napoleon den Triumphbogen erbauen. Hier marschierten 1939 die deutschen Truppen und vier Jahre später Charles de Gaulle als siegreicher Befreier. Flaniermeile ist sie immer noch, obwohl sich zwischen die Luxusgeschäfte immer mehr Fastfood-Ketten und Multiplex-Kinos drängen, obwohl es kaum noch Bewohner gibt, obwohl sie von Touristen überschwemmt wird. Immer noch wird auf den Champs-Elysées gefeiert und demonstriert, privat und öffentlich. Die Straße ist wie eine Bühne, die viele Geschichten zu erzählen hat. Die Dokumentation beginnt und endet im Morgengrauen; sie begleitet und beobachtet einen Tag lang Menschen, die auf den Champs-Elysées wohnen oder arbeiten. Sie erzählt Geschichten aus der Vergangenheit, wie die der Resistance-Kämpferin, die auf den Champs-Elysées eingesetzt war, oder jene der "Demi-mondaine" Paiva, die alle Männer ausnahm, ebenso wie die gegenwärtigen Geschichten des Polizeikommissars, dessen Kindertraum es schon war, Polizist auf den Champs-Elysées zu sein, der deutschen Tänzerin im Lido und die traurig-komische Lebensgeschichte des 86-jährigen ewigen Gigolos Mario.