Der Inder Anup hat auf seinen drei Lastwagen eine ganz besondere Fracht geladen: sein Zeltkino. Wo immer der Mittzwanziger auftaucht, ist die Aufregung groß. Zu hunderten stehen die Dorfbewohner vor Anups Zelt, und fast immer kann er abends das "Ausverkauft"-Schild an den Einlass hängen. Gang anders dagegen die Erfahrungen von Han Yong-Sil in Nordkorea: Sie verwandelt die Veranstaltungshalle der Kooperative in Chongsan-Ri mit Hilfe eines den Projektors in ein Kino für die Landarbeiter. Als junges Mädchen ist Han Yong-Sil oft im Kino gewesen, und es war ihr Traum, selbst einmal als Schauspielerin vor der Kamera zu stehen. Stattdessen wurde sie dann Ehefrau und Mutter und eben Genossin Filmvorführerin...

Dies sind nur zwei von insgesamt vier Beispielen für ungewöhnliche Kinoprojekte, die Filmemacher Uli Gaulke ("Heirate mich", "Havanna Mi Amor" weltweit einfing. Doch ganz gleich, ob es um Oscar prämierte Welterfolge geht oder um koreanisches Propaganda-Kino, um kitschige Musicals aus Bollywood oder einen drittklassigen Thriller mit Kim Basinger: die Menschen, die Gaulke traf, sprechen alle die gleiche Sprache. Es ist die Weltsprache des Kinos, die in Asien ebenso gesprochen wird wie in Afrika – und im Rest der Welt.

Foto: Flying Moon