David Sieveking kann glücklich sein - er hat sein Filmemacher-Diplom in der Tasche. Allerdings weiß er nicht so recht, wie es nun weiter gehen soll. Doch dann die glückliche Fügung des Schicksals: Sieveking hat die Chance, seinem großen Idol David Lynch, dem wohl eigenwilligsten und kompromisslosesten unter den US-Regisseuren, zu begegnen. Was könnte fruchtbarer sein für einen jungen Nachwuchs-Regisseur als ein Treffen mit seinem großen Vorbild? Und Lynch versichert Sieveking höchstpersönlich, dass Transzendentale Meditation (TM) eine Quelle der Kreativität und der Schlüssel zum Erfolg sei. Na denn mal los, denkt sich Sieveking und begibt sich auf die Spuren der einzigartigen Erfolgsgeschichte des Maharishi Mahesh Yogi (gestorben 2008), der in den Fünfzigerjahren aus dem Himalaya nach Hollywood kam und später Anhänger wie die Beatles, Mia Farrow und Clint Eastwood um sich scharte. Zur perfekten Verarbeitung des Themas belegt Sieveking natürlich auch höllisch teure Meditationskurse und will schließlich fliegen lernen ...

Recht abgehoben, was Filmemacher David Sieveking hier präsentiert - aber trotzdem keine Spur langweilig und immer wieder für eine interessante Wendung gut! Denn bei seinen "TM"-Recherchen ergeben sich immer größere Ungereimtheiten, die Sieveking bald an Sinn und Zweck der milliardenschweren Organisation zweifeln lassen. So wird aus seinem anfänglichen spirituellen Selbsterfahrungstrip eine Spurensuche, die von Anhängern der TM-Organisation misstrauisch beäugt wird. Als schließlich David Lynch - erneut höchstpersönlich - die Recherchen des Filmteams bei abtrünnigen Mitgliedern und Aussteigern mit einer Klagedrohung quittiert, ist die innere Ruhe dahin. Sieveking reist schließlich selbst in die USA und nach Indien - und anstelle des von Maharishi prophezeiten "Himmels auf Erden" stößt er auf Abgründe, die mit der von TM propagierten Lehre von "Harmonie, Freude und Zusammengehörigkeit" aber auch rein gar nichts zu tun haben.

Foto: Neue Visionen