Ein katastrophales Busunglück mit mehreren Todesopfern sorgt dafür, das Minister Saint-Jean aus dem wohlverdienten Schlaf gerissen wird. Samt PR-Beraterin reist er zur Unfallstelle, um vor allem den Eltern der verstorbenen Schüler seine Betroffenheit zu zeigen. Dies ist der Beginn des Aufstiegs eines neuen Sterns am französischen Polithimmel. Denn Saint-Jean gelingt es vortrefflich, sich in den Medien positiv zu präsentieren - obwohl eine Katastrophe die nächste jagt ...

Was mit einer surrealistischen Traumsequenz à la Luis Buñuel beginnt, erweist sich schnell als Abgesang eines Berufszweiges, bei dem es ausschließlich um Machtgewinn, Medienpräsenz, Kuhhandel-Kompromisse und Polit-Intrigen geht. Regisseur Pierre Schoeller seziert das politische Handwerk, zeigt mit teilweise bissigem Humor die perfiden Mechanismen der Macht und die mitunter grandiose Selbstüberschätzung der sogenannten Staatsdiener und ihrer nihilistischen Machtgier. Dabei kommt er stellenweise zwar arg geschwätzig daher - auch wenn es jene Geschwätzigkeit ist, die die Politiker in all ihrer rhetorischen Selbstherrlichkeit am besten beherrschen. Starke - hierzulande weitestgehend unbekannte - Darsteller und eben jene Dekonstruktion des politischen Tagesgeschäfts sorgen hier für durchaus spannende und intelligente Unterhaltung.



Foto: Kool