An der Piazza Buonarotti in Mailand liegt heute noch Giuseppe Verdis "schönstes Werk", wie er selbst sagte. Es ist die "Casa di riposa", ein Altersheim, 1896 von ihm gegründet für Menschen, "die weniger Glück hatten als ich". Menschen, bei denen die große Karriere nie stattgefunden hat - und andere, Erfolgreichere, deren Traumgagen längst aufgebraucht sind. Heute leben sie alle vergessen in einem kleinen Zimmer mit einem Koffer voller Erinnerungen. Doch wer einmal von der Tosca geküsst wurde, lebt weiter für die Kunst, für das Scheinwerferlicht und die Selbstdarstellung...

Am 5. August 2006 erlag in seinem Geburtsort Flims Waldhaus im Schweizer Graubünden der Regisseur Daniel Schmid seinem langen Krebsleiden. Der enge Freund des deutschen Ausnahme-Regisseurs Rainer Werner Fassbinder begann seine Karriere mit dem Kinofilm "Heute nacht oder nie" (1972) und legte später so kontrovers diskutierte Filme wie "Schatten der Engel" oder auch "Beresina oder die letzten Tage der Schweiz" vor. Aus Anlass seines Todes ist nun noch einmal Schmids preisgekrönter Dokumentarfilm "Der Kuss der Tosca" zu sehen.

Foto: Salzgeber