Die konservative Politikerin Vibeke Farang ist eine verheiratete Frau. Um einen Imageschaden zu vermeiden, engagiert sie den Privatdetektiv Varg Veum, der diskret nach ihrem Liebhaber Karsten Aslaksen und ihrer kleinen Tochter Camilla suchen soll, die beide seit Tagen vermisst werden. Die Polizei weiß noch nichts von Aslaksens Verschwinden und glaubt, Camilla sei von einem Triebtäter entführt worden. Varg Veum verfolgt eine andere Spur. Das Kind schlief häufig auf der Rückbank jenes Wagens, den Vibeke ihrem Liebhaber stets zur Verfügung stellte, damit er von den Nachbarn unbemerkt ihr Grundstück verlassen konnte. Als Aslaksen, Chefentwickler eines großen Chemiewerks, entdeckte, dass seine Vorgesetzten Giftgas zur Herstellung von Massenvernichtungsmitteln verschifften, war das Kind auf dem Rücksitz zur falschen Zeit am falschen Ort ...

Düstere Krimis aus Skandinavien haben Hochkonjunktur. So wundert es nicht, dass man sich nun auch dem Schaffen von Gunnar Staalesens annahm. Die norwegische Antwort auf Henning Mankell und Håkan Nesser gilt hierzulande noch als Geheimtipp. In seiner Heimat zählt der 1947 geborene Staalesen längst zu den führenden Krimiautoren. Sein eigenbrödlerischer Privatdetektiv hat bereits mehr als ein Dutzend Fälle gelöst. Die kantige Figur des Varg Veum, hervorragend gespielt von Trond Espen Seim ("Hawaii, Oslo"), ist von Chandlers Philip Marlowe inspiriert. Wie die Romanhandlung ist auch diese aufwändige Adaption des neunten Varg-Veum-Romans "Bittere Blumen" in Staalesens Heimatstadt Bergen angesiedelt. Regie führte Ulrik Imtiaz Rolfsen.

Foto: ARD/Degeto/Miso Film-SF/Norge-O. Fyxe