Just am letzten Tag des Ersten Weltkriegs wird in New Orleans ein Junge geboren. Die Mutter stirbt bei der Geburt, der Vater ist vom Aussehen des Kindes derart angewidert, dass er es vor einem Pflegeheim ablegt. Dort nimmt sich die farbige Queenie des Kindes an, das, wie sich bald herausstellt, offenbar in der Hülle eines alten Mannes steckt. Während also andere Menschen älter werden, wird Benjamin offensichtlich immer jünger. Noch als alter Mann lernt Benjamin die wunderbare Daisy kennen. Ihre Wege werden sich in Zukunft immer wieder kreuzen und sie werden schließlich nicht voneinander lassen können ...

David Fincher ist mit dieser Umsetzung einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald ein Meisterwerk gelungen. Auch wenn die märchenhafte Story vom als Greis geborenen und als Säugling verstorbenen Benjamin Button in der Tat seltsam anmutet, versteckt sich hinter dieser Allegorie ein wunderbares Werk über das Leben, die Liebe und den Tod. Fincher hat das Ganze in aufwändig gestaltete Bilder mit historischem Ambiente verpackt und via Computer und exzellenter Maske aufbereitet. Auch die Rahmenhandlung, in der die sterbende Daisy ihre Tochter aus dem Tagebuch des ungewöhnlichen Benjamin lesen lässt und einzelne Episoden ergänzt, rührt den Zuschauer schließlich zu Tränen. Ein perfekt inszenierter und gespielter Film, der viel Liebe zum Detail erkennen lässt. Solche Filme sähe man gerne öfter. So wundert es nicht, dass das Werk 2009 13 Oscar-Nominierungen erhielt. Gewinnen konnte "Benjamin Button" alerdings nur die Oscars für die besten Spezialeffekte, das beste Make-up und die beste Art Direction, zu gut war Danny Boyles Indien-Epos "Slumdog Millionär", das insgesamt acht der begehrten Trophäen gewann.



Foto: Warner