Im Saigon des Jahres 1952 überschlagen sich die Ereignisse. Im Norden Vietnams wird die französische Besatzungsmacht mehr und mehr von den kommunistischen Kämpfer verdrängt, während im Süden die Amerikaner durch Hilfslieferungen und Unterstützungsprogramme an Macht und Einfluss gewinnen. Der britische Reporter Thomas Fowler lernt den jungen Amerikaner Pyle kennen, der angeblich an einem medizinischen Hilfsprojekt teilnimmt. Fowler nimmt sich des sympathischen Mannes an und zeigt ihm die schönen Seiten des zerrissenen Landes. Dabei verliebt sich Pyle ausgerechnet in Fowlers Lebensgefährtin Phuong. Als dieser erkennt, dass Pyle offenbar alles andere als medizinische Hilfe leisten will, scheint es bereits zu spät...

Mit hervorragenden Darstellern taucht Regisseur Phillip Noyce mit dieser Mischung aus Polit-Thriller und Liebesgeschichte in die exotische Welt Vietnams, zeigt vor dem Hintergrund dramatischer politischer Ereignisse eine ungewöhnlich komplexe Dreiecksbeziehung und lässt vor allem die Interessen der Amerikaner alles andere als rosig aussehen. Noyce gelingt es hier problemlos - trotz des in den Vordergrund gerückten frühen Engagements der Amerikaner in Indochina - die Geschichte von Graham Greene fast zeitlos zu gestalten. So wundert es nicht, dass viele Amerikaner dieses großartige Werk ob seiner deftigen Kritik nicht sonderlich mochten. Denn auch bei der Oscar-Verleihung ging der Film leer aus, obwohl Michael Caine eine seiner besten schauspielerischen Leistungen seit langem bietet. Phillip Noyce hat offenbar nach kommerziellen Erfolgen sein Interesse an ungewöhnlichen Geschichten entdeckt, denn auch sein Aboriginal-Drama "Long Walk Home" ist ein Meisterwerk. Noyces Adaption ist bereits die zweite Verfilmung des Greene-Romans, 1958 drehte Joseph L. Mankiewicz nach dem Bestseller "Vier Pfeifen Opium".

Foto: BR/ARD/Degeto