Der schwerreiche amerikanische Geschäftsmann Quaker hat sein Vermögen mit Meeresfrüchten verdient und ist deshalb überall als "Austernkönig" bekannt. Seine temperamentvolle Tochter, die "Austernprinzessin", will unbedingt einen europäischen Adeligen ehelichen. So gerät sie an den mittellosen Prinz Nucki, doch der schickt zunächst seinen Diener und Freund Josef vor. In der Annahme, einen echten Prinzen vor sich zu haben, heiratet die ungestüme Millionärstochter den Dienstboten bei der erstbesten Gelegenheit. Damit setzt sie eine turbulente Ereigniskette in Gang ...

Komödien-Spezialist Ernst Lubitsch setzte in diesem Stummfilm-Spaß, der im Mai 1919 im pompösen Kino U.T. Kürfürstendamm in Berlin uraufgeführt und ein riesiger Hit wurde, wie so oft auf sein eingespieltes Team. In diesen Jahren arbeitete Lubitsch unter anderem oft mit Drehbuchautor Hanns Kräly, Schauspielerin Ossi Oswalda, Darsteller Harry Liedtke und Filmarchitekt Kurt Richter zusammen. "Die Austernprinzessin" zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie sehr Lubitsch sein Handwerk verstand, denn in dem aufwändig choreographierten, mit viel Bildwitz und Tempo inszeniertem Lustspiel in vier Akten thematisierte er mit deftigem Humor das satirische Spiel mit Autoritäten. 2005 sicherte sich übrigens das Bundesarchiv den Film anhand eines Nitro-Originalnegativs. Die Murnau-Stiftung sorgte dafür, dass das Material instand gesetzt wurde; ein Jahr später bereits wurde die digitale Bearbeitung begonnen. Die Musik stammt von dem aus Lettland stammenden Komponisten und Pianisten Aljoscha Zimmermann, der sich durch seine Vertonungen restaurierter Stummfilme (Friedrich Wilhelm Murnaus "Nosferatu - Symphonie des Grauens" oder Fritz Langs "Metropolis") einen Namen machte.

Foto: ARD/Degeto