Irgendwo in Israel: Auf einem schicken neuen Flughafen ist ein achtköpfiges ägyptisches Polizeiorchester in korrekten, hellblauen Galauniformen gelandet. Die hebräische Schrift kann keiner von ihnen entziffern. Aber wo ist bloß das Empfangskomitee? Sollten die Musiker nicht aufspielen bei der Eröffnung des arabischen Kulturzentrums in Petah Tikva? Das Schicksal scheint es nicht besonders gut mit ihnen zu meinen. Schließlich versucht sich die Band auf eigene Faust durchzuschlagen und strandet in einem kleinen Nest mitten in der israelischen Wüste. Eine verlorene Kapelle an einem verlorenen Ort. Und da es in dem trostlosen Städtchen auch kein Hotel gibt, muss die schüchterne Truppe private Quartiere für die Nacht finden...

In seinem mehrfach preisgekrönten Regiedebüt erzählt der 1973 geborene israelische Filmemacher Eran Kolirin mit lakonischem Humor die Geschichte der sanften Annäherung einer ägyptischen Band und der israelischen Bevölkerung. Kolirin gehört zu der jungen Generation israelischer Regisseure, die sich mit feinem Gespür für Zwischentöne und jenseits der großen politischen Ereignisse mit den Auswirkungen des politischen und militärischen Konfliktes auf die Seelen ihrer Landsleute auseinandersetzen. Wach, mit Melancholie und Amüsement, betrachtet Kolirin in dieser kleinen, aber wirksamen Geschichte die Reibungen des multikulturellen und multinationalen Alltags in seinem Land. Klasse!

Foto: Concorde