Am ersten Dezember wird Regisseur Woody Allen 80 Jahre alt. Trotz seines fortgeschrittenen Alters denkt der Filmemacher noch lange nicht daran, aufzuhören.

In seinem neuesten Werk "Irrational Man" porträtiert der Amerikaner das Leben des desillusionierten Philosophieprofessors Abe Lucas (Joaquin Phoenix). Typisch für einen Mann seines Fachs, macht er sich viele Gedanken über die eigene Existenz und den Sinn des Lebens.

Als er darauf keine Antwort findet, stürzt ihn das in eine tiefe Krise. Zu allem Übel kommen auch noch Erektionsstörungen hinzu, die ihn seit einiger Zeit plagen. Einzig seine Studentin Jill (Emma Stone) scheint sein Gemüt wieder aufhellen zu können. Abe erhält seine Manneskraft aber erst wieder, als er plant, Selbstjustiz zu verüben. Nicht ahnend, was er damit in Gang setzt.

Endlose Inspiration

Auch als (fast) 80-Jähriger mangelt es "Manhattan"-Regisseur Woody Allen nicht an neuen Ideen. Im Jahresrhythmus bringt er neue Filme heraus. Dabei hat er, auch in seinem aktuellsten Werk, nichts an Kreativität verloren. Gewohnt bissig, ironisch und schwarzhumorig präsentieren sich seine Figuren und Dialoge. Die Bewunderung des Regisseurs für die schwedische Filmlegende Ingmar Bergman, der in seinen Werken immer wieder philosophische Fragestellungen aufgegriffen hat, wird auch in "Irrational Man" deutlich.

Die eigentliche Schwere des Themas und der Motive Philosophie, Existenzkrise und sogar Mord verarbeitet Allen in seiner Tragikomödie mit so viel Leichtigkeit, dass man auch einige unrealistische Handlungskapitel gerne in Kauf nimmt. Mit Emma Stone und Joaquin Phoenix hat der Altmeister zudem grandios aufspielende Mimen einspannen können.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Irrational Man":