In der russischen Kriegsgefangenschaft halten Richard nur die Erinnerungen an seine Frau Anna am Leben. Mit Karl bildet er ein Arbeitskommando in einem Außenlager in der Steppe. Durch Richards Erzählungen identifiziert sich Karl mehr und mehr mit Richards Liebe. Als Karl aus dem Lager fliehen kann, sucht er Anna auf. Da sich Richard seit Jahren für tot hält, geht sie zögerlich auf Karls Avancen ein. Doch schließlich kehrt auch Richard zurück...

Dieses über weite Strecken fesselnde Kriegsheimkehrerdrama wurde 1985 auf der Berlinale als erster und einziger DDR-Film mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Stellvertretend für viele vergleichbare Schicksale wird hier die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern geschildert. Dabei spielt die besondere Nachkriegssituation die tragende Rolle. Kathrin Waligura bietet mit der Figur der hin und her gerissenen Anna eine sensible Darstellung. Ebenfalls gekonnt: die Rückblenden in Schwarz-Weiß, die manchmal freilich an Klassiker wie "Im Westen nichts Neues" erinnern.

Foto: Wolfgang Ebert/defa-spektrum