Die Marquise von O., Tochter des Kommandanten, kann sich nach einer Vergewaltigung durch einen russischen Grafen auch angesichts ihrer Schwangerschaft an nichts erinnern. Die Eltern sind empört und verstoßen ihre Tochter. Die Marquise gibt nun eine Annonce auf, um den Vater ihres Kindes zu finden. Der Graf meldet sich, woraufhin die Marquise nach Hause zurückkehren kann. Schon bald wird die Hochzeit gefeiert. Als das Kind zur Welt kommt, schenkt der Graf dem Neugeborenen und der Marquise anlässlich der Taufe sein gesamtes Vermögen ...

Die 1808 erstmals erschienene Novelle "Die Marquise von O." gehört sicher zu Heinrich von Kleists bekanntesten Novellen-Werken, obwohl sie seinerzeit eher negativ beurteilt wurde. 1975 nahm sich Meisterregisseur Eric Rohmer des Klassikers an und setzte ihn in langen Einstellungen nah an Kleists Vorlage in Szene. Dabei konnte er sich auf hervorragend agierende Schauspieler verlassen: Edith Clever verkörpert gekonnt die Titel gebende Marquise, Bruno Ganz wurde für seine Darstellung des Grafen mit dem Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler ausgezeichnet. Rohmer selbst erhielt 1976 den Großen Preis der Jury der Filmfestspiele von Cannes.

Foto: Janus/Artemis/Films du Losange