Dunia hat in Kairo Literatur studiert und will nun allerdings Tänzerin werden - ganz in der Tradition ihrer Mutter. Als sie heiratet, geschieht dies eigentlich nur, weil ihr Verlobter Mamdouh ihr keine Ruhe lässt, nicht weil sie es wirklich will. Was Liebe und Zärtlichkeit bedeuten können, erfährt Dunia erst, als sie mit dem Schriftsteller Beshir das Vergnügen der Sinne kennenlernt und erlebt, wie eng dieses mit dem Vergnügen der Worte verknüpft ist...

Die aus dem Libanon stammende Regisseurin Jocelyne Saab erzählt hier einfühlsam die Geschichte einer jungen Frau, die zu sich selbst und zu ihrer Lust finden und eine Wunde aus der Kindheit überwinden will. Das Tabuthema, über das nicht geredet werden darf, ist die weibliche Beschneidung, die von der Regisseurin auch als eine Beschneidung des Geistes verstanden wird. In der Hauptrolle der titelgebenden Dunia überzeugt Hanan Turk, eine der ganz großen Stars des ägyptischen Kinos, an ihrer Seite glänzt Mohamed Mounir als Besir. Zunächst lief das Drama Gefahr, in Ägypten verboten zu werden, erst internationale Proteste bewogen Präsident Hosni Mubarak, den Film persönlich freizugeben. Das Werk löste bei seiner Premiere beim internationalen Filmfestival Kairo heftige Kontroversen aus.

Foto: Kairos