Grete Krause ist Mitte 70 und lebt seit dem Tod ihres Ehemanns Hans vor neun Jahren allein in ihrer Wohnung. Jeden Mittag versorgt sie die junge Karin mit Essen auf Rädern. Bei diesen kurzen Treffen erzählt Grete immer wieder von Hans, doch leider hat Karin kaum Zeit, so dass sie vorschlägt, zu dem 80. Geburtstag von Hans einen ganzen Tag gemeinsam mit Grete zu verbringen. Gesagt - getan. An besagtem Tag besuchen die beiden unterschiedlichen Frauen das Grab von Hans, danach erzählt Grete ohne Punkt und Komma von ihrem geliebten Mann. Dieser war ein Dichter, fantasievoll, schrullig, aber manchmal auch beunruhigend seltsam und fast bedrohlich neben der Spur...

Jahrzehnte lang galt Tana Schanzara als Volksschauspielerin im besten Sinne, fast jeder sah in ihr die deftige Ruhrpott-Mutter mit Kittelschürze. Dass sie jedoch eine ernstzunehmende Schauspielerin ist, zeigt sie in diesem Drama von Johannes Klaus, Leiter des Studiengangs Schauspiel an der Bochumer Folkwang Hochschule und Intendant der Domfestspiele Bad Gandersheim, nach einem Drehbuch des Bochumer Journalisten und Schriftstellers Werner Streletz. Klaus zeigt Tana Schanzara als nachdenkliche Witwe, die in ihren Gesprächen eine Reise in die eigene Vergangenheit antritt und schließlich eigene Lebenslügen und verdrängte Wirklichkeiten erkennt. Allerdings leidet der Film unter dem eher langweiligen Buch und der betont kühlen Inszenierung, Kino ist eben nicht Theater. Da kann selbst Tana nicht viel ausrichten.

Foto; Pranke