Frankreich, Mai 1968. Während in Paris das politische System ins Wanken gerät, droht in der friedvollen südfranzösischen Provinz das Leben des älteren Bonvivants Milou aus den Fugen zu geraten. Der Tod seiner Mutter vereint die weitverzweigte Familie für ein Wochenende auf dem schlossähnlichen Weingut und wie zu erwarten, brechen schon bald die Erbstreitigkeiten aus. In diese angespannte Situation platzt Enkel Pierre-Alain, Student in Paris, der mit glühender Begeisterung von dem revolutionären Treiben in der Hauptstadt berichtet. Zögernd lässt sich der Rest der Familie bei einem Picknick im Grünen von der Begeisterung des Jungen anstecken. Für ein paar Stunden träumt man gemeinsam von einer ländlichen Kommune in Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und sexueller Libertinage. Doch dann schlägt die Stimmung um ...

Louis Malle schuf eine heiter-melancholische Gesellschaftskomödie über das Scheitern einer Revolte, die ein ganzes Land bewegte und für wenige Stunden auch den Alltag einer großbürgerlichen Familie durcheinanderwirbelt. Malle zeigt ein ironisches Bild der französischen Bourgeoisie mit einer Unmenge guter und witziger Ideen (wunderbar: der Versuch der Gesellschaft, freie Liebe zu praktizieren), aber auch etwas Wehmut, da von der rebellischen Zeit Ende der 60er Jahre kaum etwas geblieben ist. Eine überzeugende, meist feinsinnig, mitunter auch derb sarkastische Komödie mit brillanten Darstellern.

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