Die Fieberkurven der Fußballfans hatten nach dem deutschen Sommermärchen 2010 auch im Sommer 2011 nochmals nach oben ausgeschlagen: Das Team der deutschen Fußballfrauen war als absoluter Favorit in die WM gestartet und spielte im Berliner Olympiastadion vor 74.000 begeisterten Zuschauern. Auch die deutsche Frauenelf waren plötzlich Teil des Fußball-Hypes. Dann die große Enttäuschung: Nach der Vorrunde schieden die Deutschen gegen Japan aus. Der Dokumentarfilm "Elf Freundinnen" von Sung-Hyung Cho zeigt, was auf dem Platz nicht zu sehen ist: die monatelange Vorbereitung, das Training, die teambildenden Maßnahmen, die Pressetermine - und natürlich einen kleinen Rest des Privatlebens. Die Mittelfeldspielerin Dsenifer Marozsan beweist an der heimischen Spielekonsole ihr Können, Stürmerin Lira Bajramaj zaubert für den aufmerksamen Gast sogar in der Küche. So entsteht ein unterhaltsames Gruppenporträt junger Frauen, die allesamt zwar leidenschaftlich gerne kicken, die aber auch im Berufsleben erfolgreich sind, als Physiotherapeutinnen, Sachbearbeiterinnen, Bundeswehrsoldatinnen und Studentinnen. Auch in ihrem dritten abendfüllenden Dokumentarfilm zeichnet die gebürtige Koreanerin Sung-Hyung Cho ein filigranes Deutschlandbild, das sich vor allem aus Alltagsbeobachtungen zusammensetzt. Sung-Hyung Cho wurde 1966 in der südkoreanischen Millionenstadt Busan geboren und studierte in Seoul Kommunikationswissenschaften. 1990 zog sie nach Deutschland, studierte Philosophie und Medienwissenschaften in Marburg und später an der Hochschule für Gestaltung Offenbach Elektronisches Bild. Mit ihrem Debütfilm "Full Metal Village" über das kleine Dorf Wacken in Schleswig-Holstein, das einmal im Jahr 60.000 Heavy-Metal-Fans empfängt, gewann sie den Max-Ophüls-Preis und den Hessischen Filmpreis. Mit der 3sat-Produktion "Endstation der Sehnsüchte" wurde sie auf die Berlinale eingeladen, "Elf Freundinnen" lief erfolgreich auf dem Münchner Dokumentarfilmfest und bei den Hofer Filmtagen.