Gerade erst aus der Psychiatrie entlassen, wird die einst drogenabhängige Journalistin Sam zwecks Schuldenausgleich damit beauftragt, die 16-jährige Ellen zu finden. Als sie das verstörte Mädchen aufspürt, erfährt Sam, dass es sich um die Tochter eines Drogenbarons handelt, die nun von ihrem Vater eingesperrt wird. Einziger Trost für Ellen: Sie spielt Schicksalsfee. So wenden sich via SMS vom Schicksal gebeutelte Menschen an sie: ein DJ, der durch einen Tauchgang sein Gehör verloren hat, eine Pianist, der die Hände zerschmettert und Finger abgetrennt wurden, ein Parfumeur, dem man die Nase ruiniert hat, ein Junge, der durch einen Unfall seinen Traum vom Pilotendasein beerdigen musste und natürlich auch Sam, die einst bei einem Autounfall ihr Kind verlor...

Mit seinem Spielfilmdebüt inszenierte der Flame Rudolf Mestdagh schicksalhafte Begebenheiten, die zunächst episodenhaft erzählt werden, um dann durch die Person der jugendlichen Ellen zusammengeführt werden. In meist düsteren Bildern taucht der Regisseur in die Metropole Brüssel fernab der Touristenpfade ein. Dabei beweist er sich als Meister des Erzählens, begibt sich auf die Spuren der bizarren Albträume eines David Lynch oder von Filmen wie Tarantinos "Pulp Fiction", Inárritus "Amores Perros", Paul Thomas Andersons "Magnolia" oder Aronofskys "Requiem for a Dream".

Foto: Stardust