Emoticons, ein Wortmix aus Emotions und Icons, sind Zeichenfolgen, die im Internet als Kurzform für Stimmungen und Emotionen verwendet werden. Besonders jugendliche Internet-Benutzer haben sie für sich entdeckt, wenn sie sich in Chatrooms oder per Messenger private oder öffentliche Nachrichten zusenden. Zum Teil stundenlang sitzen sie an ihrem Rechner und tauschen sich so mit ihrer Umwelt, ihren Freunden und Bekannten aus. Von vielen Eltern mit Misstrauen beäugt, ist das Internet für viele längst ein Fluchtpunkt geworden, der es ihnen ermöglicht, auch über Grenzen und Kontinente hinaus den Kontakt zu Gleichgesinnten zu pflegen.

Die aus Peru stammende, niederländische Filmemacherin Heddy Honigmann ("Auf Wiedersehen") widmet sich in "Emoticons" dieser nicht mehr ganz neuen Form der Kommunikation über das Netz, die viele Jugendliche dann wählen, wenn das direkte soziale Umfeld ihnen nicht den nötigen Halt bietet. Für ihren Film nahm Honigmann Kontakt mit ihren ausschließlich weiblichen Protagonistinnen auf, lernte deren Sprache und Chatregeln. Dabei vermeidet Honigmann gängige Klischees, verschweigt aber nicht, wie schmal der Grad zwischen emotionalem Halt und digitaler Einsamkeit sein kann. Die jugendlichen Protagonistinnen scheuen sich dabei nicht, offen über ihre Ängste und Gefühle zu sprechen.

Foto: B.Film