Im nordirischen Provinzstädtchen Lurgan herrscht 1975 immer noch ein bürgerkriegsähnlicher Zustand zwischen Anhängern der katholischen IRA, die für ein unabhängiges Irland kämpft, und der protestantischen Ulster Volunteer Force (UVF), die weiterhin der britischen Krone die Treue hält. Der 16-jährige Alistair Little will der UVF seinen Mut beweisen. Er soll den Katholiken Jim Griffin als Warnung töten. Alistair erledigt den Auftrag ohne zu zögern. Allerdings muss der 11-jährige Joe den eiskalten Mord an seinem älteren Bruder mit ansehen. 30 Jahre später arrangiert ein TV-Sender ein Treffen zwischen Alistair – er hat für seine Tat zwölf Jahre im Gefängnis gesessen und ist inzwischen ein anerkannter Friedensstifter – und Joe, der die Tat nie wirklich verarbeiten konnte. Was niemand weiß: Joe will die Gelegenheit nutzen, um Rache zu üben ...

Mit zwei furios aufspielenden Hauptdarstellern erzählt Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") hier eine Geschichte um Schuld, Sühne und Vergebung. Trotz vieler starker Momente wirkt der Film uneinheitlich, verliert Hirschbiegel manchmal den Sinn für eine packende Fortschreibung. So werden etwa die Reality-TV-Macher fast schon satirisch karikiert, um dann wieder komplett in der Versenkung zu verschwinden und fortan keinerlei Rolle mehr zu spielen. Dennoch birgt die Story brillante Szenen!



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