Phyllis, eine rothaarige Frau um die vierzig, lebt noch immer mit ihrer Mutter. Sie scheint nie richtig erwachsen geworden zu sein, spielt ihr Spiel mit der Umgebung, inszeniert kleine Szenen und amüsiert sich über die Gefühle der anderen. Mit der übermächtigen Mutter verbindet sie eine Hassliebe, die sie auslebt, indem sie mal deren Kleider auf der Straße verschenkt, mal erzählt, die Mutter leide an Unterleibskrebs, Endstadium und "faule durch die Matratze." Phyllis scheint ohne Ziel im Leben und doch erreicht sie auf ihrem Zickzackkurs letztlich, was sie will.

Ein sehr österreichische schwarze Komödie um eine überzeugte Nesthockerin - von Sophie Rois überzeugend verkörpert - und darüber, dass es nichts Großartigeres auf der Welt gibt als sagen zu können: Ich habe geerbt. Mit "Fräulein Phyllis" legte der aus Duisburg stammende Regisseur Clemens Schönborn seinen Debütspielfilm vor, der 2004 in den österreichischen Kinos startete.