Als den gescheiterten Attentätern auf Hitler der Prozess gemacht wurde, befahl Hitler selbst, diesen Schauprozess mit versteckten Kameras aufzunehmen. Goebbels ließ die Bild- und Tondokumente anschließend jedoch zur "Geheimen Reichssache" erklären, als klar wurde, dass der gewollte Effekt durch die Haltung der Angeklagten ins Gegenteil umschlagen könnte. Doch große Teile dieses erschütternden Films mit authentischen Aufnahmen gelangten ins Ausland und blieben so erhalten.

Der Film wirft insbesondere ein helles Licht auf den wohl mörderischsten aller Nazi-Juristen: Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs. Wer als Angeklagter vor ihm stand, hatte den Tod zu erwarten. Mit Freisler ist die grausamste Ära des politischen Schauprozesses verknüpft. Er war der juristische Handlanger Hitlers und gnadenloser Vollstrecker des NS-Terrors - kalter Komplize eines mörderischen Systems. Obwohl Freisler bei einem Bombenangriff am 3. Februar 1945 umkam, widmeten ihm die Richter des Nürnberger Gerichtshofs eine Erklärung und zählten ihn zu den "verabscheuungswürdigsten Charakteren, die der Welt bekannt sind". Freisler war erschreckendes Beispiel dafür, daß Bildung nicht vor Verbrechen schützt. Sprachlich gewandt und mit schauspielerischem Talent ausgestattet, würzte er seine Gerichtsverhandlungen mit zynischen Bemerkungen und gespielten Wutanfällen. Kaum einer der Angeklagten war diesen verbalen Angriffen gewachsen - auch nicht die Männer des 20. Juli 1944, die ihren verzweifelten Versuch, Hitler zu beseitigen, mit einem Todesurteil aus dem Munde Freislers bezahlen mußten.