Ob Drogenhandel, Giftmüll-Verschiebung, Textilherstellung oder das Zementgeschäft: Wo es viel Geld zu verdienen gibt, hat die Camorra ihre Finger im Spiel. Sie hat die italienische Hafenstadt Neapel in einen Sündenpfuhl, in ein zweites Gomorrha verwandelt. Am Beispiel mehrerer Personen werden hier Einblicke in das skrupellose Geschäftsgebaren der mafiösen Gesellschaft gewährt.

Regisseur Matteo Garrone nahm sich das in Italien überaus kontrovers diskutierte Erfolgssachbuch von Roberto Saviano (nach Veröffentlichung erhielt er Todesdrohungen seitens der Camorra) vor und versuchte die dort dargestellten Sachverhalte in eine dramaturgische Form zu pressen. Dies gelang ihm leider nur streckenweise. Denn wirklich gut zusammen passen die fünf Episoden nicht. Einige nerven nicht nur ob der formalen Schwäche. Hier gilt: weniger wäre mehr gewesen. Denn so werden die Figuren nicht verdichtet, bleibt vieles behauptet und geht deshalb nicht wirklich unter die Haut. Eine echte Dokumentation wäre da informativer und somit interessanter gewesen.

Foto: EudoVideo