Im tschechischen Brno (Brünn) steht Haus Tugendhat - eines der bedeutensten Bauwerke der Moderne und UNESCO-Weltkulturerbe. Errichtet wurde es 1929 bis 1930 nach den Plänen des Architekten Ludwig Mies van der Rohe für die Familie Tugendhat. Sie gaben ein beschauliches Fünf-Zimmer-Haus in Auftrag - entstanden ist ein Meilenstein der modernen Architektur. Die Dokumentation zeigt die Villa in all ihren Facetten: das wechselnde Licht- und Schattenspiel, die blickfreie Hanglage sowie die innovative und funktionale Architektur. Fotos und Filmaufnahmen der Familie Tugendhat erzählen nicht nur die Biografie des Gebäudes, sondern auch der deutsch-jüdischen Familie, die selbst nur acht Jahre in dem Haus gewohnt hat.

Regisseur Dieter Reifarth lässt neben den ehemaligen Bewohnern des Hauses auch Kunsthistoriker und Restauratoren zu Wort kommen. Wie wurde ihr Leben in dem Haus durch das Haus geprägt und beeinflusst? So bekennt der deutsche Philosoph Ernst Tugendhat, der 1930 in Brünn geboren wurde, auf die Bekanntheit seines Elternhauses mitunter ein wenig eifersüchtig gewesen zu sein. Das Gebäude und seine Räumlichkeiten sind gut in Szene gesetzt ist, doch fehlt der Dokumentation teilweise der inhaltlich klar gesetzte Schwerpunkt in der Erzählstruktur.



Foto: strandfilm/Pandora Film Verleih/Rudolf de Sandalo