Nathalie ist Stripperin mit Leib und Seele, sie zeigt sich gern, gibt sich in den Bars, in denen sie arbeitet, den Männern hin. Die Barkeeperin Sandrine dagegen ist eher scheu und verklemmt. Als Sandrine Natalie näher kennenlernt, lockt sie diese mehr und mehr in ihre Welt, zeigt Sandrine, was in ihrem Körper steckt. Bald jedoch heckt Nathalie einen perfiden Plan aus: Die beiden Frauen beschließen, ihre Körper einzusetzen, um Karriere zu machen. Zunächst geht ihr Plan auf ...

Ein brisantes Thema, von Jean-Claude Brisseau ("Engel in Schwarz") mit großer Offenheit, aber auch mit vielen Längen in Szene gesetzt. Während Brisseau die sexuellen Neigungen und Triebe seiner beiden Hauptdarstellerinnen sehr detailversessen auf Zelluloid bannt, was an Filme wie Catherine Breillats "Romance", Patrice Chéreaus "Intimacy" oder auch "Baise-moi" erinnert, kommt die Handlung zur Mitte des Films hin mehr und mehr ins Stocken. So fragt sich der Zuschauer bald, wie eine zuvor verklemmte Barkeeperin auf einmal den Einstieg ins Bankgeschäft schafft und sich dort den wichtigsten Mann zum hörigen Geliebten macht, mit dem sie es scheinbar überall treibt. Viel mehr als die expliziten Sexszenen und die offensichtliche Fleischbeschau hätten hier die Hintergründe interessiert, die zu sexueller Obsession und Abhängigkeit führen. Auf den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes zählte die Zeitschrift "Cahiers du Cinéma" "Heimliche Spiele" schon zu einem der besten Filme des Jahres. Haben die Kritiker am Ende einen anderen Film gesehen?

Foto: Alamode