Erst durch den IM-Vorwurf ihres Ex-Mannes Ulrich Mühe wurde man auf die Schauspielerin Jenny Gröllmann verstärkt aufmerksam. Tragisch, dass sie schon kurz darauf an Krebs verstarb. Zu DDR-Zeiten war sie eine der gefragtesten Charakterdarstellerinnen und genoss Star-Status. Die Regisseurin Petra Weisenburger begleitete ihre Freundin Jenny Gröllmann vor ihrem Tod mit der Kamera und schuf dieses Porträt.

Dabei ging sie leider recht einseitig vor, zeigt wenig kritische Stimmen, lässt nur gute Freunde zu Wort kommen, stellt Jenny Gröllmann auf eine zu hohe Stufe und vergleicht sie mit Romy Schneider. Der Stasi-Verdacht gegen Jenny Gröllmann wird sich vielleicht nie bestätigen, weil entsprechende Akten wahrscheinlich gefälscht wurden, doch ihn kategorisch als Lüge hinzustellen, ist ebenfalls zu einfach. Außerdem wird dieses doch nicht ganz unwichtige Thema erst sehr spät angesprochen. Alles davor ist ein recht komplexes und überaus interessantes Bild einer Künstlerpersönlichkeit, die durch private Bilder und Filmausschnitte glänzend dargestellt wird.

Foto: defa-spektrum - Michael Weidt