"Schlafen kann ich, wenn ich tot bin," hat Fassbinder einmal gesagt. Nun schläft der arbeitswütige (Schnell-)Filmer schon mehr als 20 Jahre. Er starb kurz nach seinem 37. Geburtstag (31. 5.) am 10. 6. 1982 nach einem intensiven Berufsleben als Schreiber, Schauspieler, Regisseur und Produzent in Theater (er stieß 1967 zum "action-theater", gründete nach dessen Zerfall mit einigen anderen das "antiteater") und Film. Mit "Liebe ist kälter als der Tod" inszenierte er 1969 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm, dem noch im gleichen Jahr "Katzelmacher", "Götter der Pest" und "Warum läuft Herr R. Amok?" sehr rasch folgten. Schon nach wenigen Jahren avancierte Fassbinder zur Kultfigur des Neuen Deutschen Films ("Bei drei bis vier Filmen im Jahr war die Wahrscheinlichkeit, daß sich ein guter darunter befindet entschieden höher!") und erzielte auch international beachtliche Erfolge.

Zehn Jahre nach dem Tod Rainer Werner Fassbinders portraitierte der Film-Journalist Hans Günther Pflaum in seiner hochgelobten, nüchternen Dokumentation das Leben und die Arbeit des Regisseurs. In zehn Kapiteln kommt die Fassbinder-Familie zu Wort, werden Filmausschnitte gezeigt und ist Fassbinder selbst in Interviews und Filmen zu sehen. Schauspieler, Kameramänner und andere setzen in Erinnerungen und Gesprächen das widersprüchliche Bild eines widersprüchlichen Mannes zusammen, der schneller arbeiten wollte als alle anderen. Fassbinder drehte innerhalb von 13 Jahren 40 Filme.

Foto: Kinowelt