Im Kriegsjahr 1943 ist das Leben in der polnischen Stadt Lwow (heute das ukrainische Lwiw, ehemals das habsburgische Lemberg) ein entbehrungsreiches. Die Nazis terrorisieren die Stadt und haben die jüdischen Bewohner in ein Ghetto gepfercht. Der Pole Leopold versucht, der Armut durch Diebstahl Herr zu werden. Zunächst auf Eigennutz bedacht, versteckt er jüdische Flüchtlinge gegen Geld in der unterirdischen Kanalisation. Doch mehr und mehr entdeckt Leopold angesichts der Gräueltaten der Nazis seine Menschlichkeit ...

Auch wenn dieses nervig-plakative Werk als nicht englischsprachige Produktion eine Oscarnominierung erhielt (ein Nazi-Thema kommt in den USA immer gut an), verdient ist diese Ehre nicht, auch wenn Regisseurin Agnieszka Holland für "Hitlerjunge Salomon" schon einmal nominiert war. Nach einer "wahren Geschichte" ist die Inszenierung doch arg fahrig und oft recht klischeehaft geworden. Hier entsteht der Eindruck, man hätte mehr Interesse daran gehabt, wie Menschen in Not ihr Sexleben bestritten, als an deren oft widersprüchliches Handeln im Angesicht des Todes.



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