Deutschland irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Inzwischen können auch Kinder unter 14 Jahren wie Erwachsene mit der vollen Härte des Gesetzes für ihre Taten bestraft werden. Schlecht für den erst 12-jährigen, außergewöhnlich intelligenten Martin, der beschuldigt wird, einen kleinen Jungen grausam ermordet zu haben. Der Richtersohn erhält natürlich die beste Verteidigung, die sein Vater verpflichten kann, und so versucht Staranwältin Julia Corner die Unschuld von Martin zu beweisen ...

Ein unausgegoren-klischeehafter und dabei auch noch vorhersehbarer Mix aus Drama, Polizeifilm und Thriller von Regisseur und Autor Adnan G. Köse, der schon mit seiner Regiearbeit "Homies" zeigte, dass gute Charakterzeichnungen, überraschende Regie-Akzente und straffe Schauspielerführung sein Ding nicht ist. So wirken auch in "Kleine Morde" die Charakterzeichnungen farb- und lieblos, die Darsteller spielen führungslos nebeneinander her und bleiben bis auf den Mai 2011 überraschend verstorbenen Fassbinder-Schauspieler Günther Kaufmann in seiner letzten Rolle als Zeuge und Uwe Ochsenknecht als Vater des Tatverdächtigen (ordentlich: Paul Falk in seinem Kinodebüt) weit unter ihren Möglichkeiten. Spannung sucht deshalb der Zuschauer trotz aufdringlicher Musikunterlegung vergeblich.





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