Indien ist für seine riesigen Pilgerscharen, die sich am heiligen Fluss Ganges treffen, bekannt. Eine ganz besondere Veranstaltung ist jedoch die Kumhb Mela: Seit 2000 Jahren treffen sich bis zu 70 Millionen von Menschen alle 12 Jahre zu der größten Pilgerzusammenkunft aller Zeiten. Für sechs Wochen entsteht dann in einem ausgedörrten Flussbett-Stück des Ganges eine riesige Zeltstadt, in der die Menschenmassen vor Tageshitze und der Nachtkälte Unterschlupf finden. Den Organisatoren bereiten neben Sicherheits- vor allem immer Versorgungs- und Hygienefragen die größten Kopfschmerzen. Die bedeutendsten Religionspersönlichkeiten, Gurus und spirituelle Führer des Hinduismus haben in der gigantischen Zeltstadt meist eigene regelrechte Stadtviertel, die tagsüber geprägt sind von Religionsveranstaltungen wie Lesungen, Meditationen oder Gesprächen der verschiedensten Glaubensausrichtungen.

Das Regieduo Maurizio Benazzo und Nick Day reiste 2001 an den Ganges, um die größte Pilgerversammlung der Welt in Bildern einzufangen. Dabei wurden sie von dem gut aufgelegten Hindu-Mönch Swami Krishnanand begleitet, der den beiden Türen und Tore zu Audienzen mit einigen der faszinierendsten und weisesten Persönlichkeiten des hinduistischen Religionsfestes öffnete. So etwa zu dem asketisch lebenden Sadhu, der einen Arm seit über 20 Jahren über seinem Kopf in der Luft hält. Und es gab Gelegenheit für einen Empfang bei einem der weltberühmten Ehrengäste dieser Kumbh Mela, bei dem Dalai Lama. Der war angereist, weil erstmals in der Geschichte des Pilgertreffens die Gelegenheit auch zu einem Gedankenaustausch der Führer von Hinduismus und Buddhismus genutzt wurde.

Foto: Kinostar