Der 15-jährige Abdelkrim, "Krimo" genannt, hat sich in seine Klassenkameradin Lydia verliebt. Die hat allerdings nur die kommende Schul-Theateraufführung im Sinn, denn bald soll die Marivaux-Liebeskomödie "Das Spiel von Liebe und Zufall" aufgeführt werden. Cool wie Krimo sich gibt, will er mit seinen Kumpeln natürlich nicht über seine Gefühle reden und fasst schließlich einen Plan: Er will an Stelle von seinem Freund Rachid, Lydias Bühnenpartner, die Rolle des Harlekin spielen und sprechen. Doch das ist gar nicht so einfach...

Bereits in "Voltaire ist schuld" (2000) tauchte Regisseur Abdel Kechiche in die triste Welt der Pariser Vorstädte ein, so auch in seiner Tragikomödie "L'esquive", die er durchweg mit hervorragend aufgelegten Laiendarstellern besetzte. Einmal mehr ist eine Sozialsiedlung vor den Toren der französischen Hauptstadt Ort des Geschehens, doch anders wie in ähnlich gelagerten Filmen wie "Tee im Harem des Archimedes" übt Kechine hier nicht durchgehend Sozialkritik, sondern zeigt seine Protagonisten auf der Suche nach großen Gefühlen. Das warmherzig und gekonnt inszenierte Werk wurde 2005 mit fünf Césars ausgezeichnet.

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