Zwei große Liebesgeschichten ziehen sich wie ein roter Faden durch 36 Jahre: Die vom Landwirt Schorsch Schönstein, der seinen Hof, seine Frau Gerlinde und den Sohn Karli verlassen hatte, aber 1953 als "Rückkehrwilliger" aus dem Westen seinen Hof in die LPG einbringt und gleich zum LPG-Vorsitzenden ernannt wird. Gerlinde wird aber erst nach acht Jahren zu ihm zurückkehren. Und die von Karli Schönstein und Greti Fechner, unzertrennlich in der Schule, bis Bauer Fechner, letzter freier Landwirt in Liebesau, sich mit seiner Tochter voll Zorn und Enttäuschung in den Westen absetzt. Immer wieder kommt es zu Besuchen von Greti, aber immer wieder verhindert die politische Situation die Erfüllung dieser deutsch-deutschen Liebe.

Dieser Mehrteiler ist eine Chronik des (fiktiven) Dorfes Liebesau, gelegen im Bezirk Halle, von 1953 bis 1989. Die vier Teile des Fernsehfilms korrespondieren mit den dramatischen Ereignissen des 17. Juni 1953, dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961, den Feiern zum 30. Jahrestag der DDR im Oktober 1979 und dem Mauerfall am 9. November 1989, auch wenn diese im kleinen Dorf Liebesau verquere, ja manchmal absurde Reaktionen bewirken. Der vierteilige Zyklus zeigt die Menschen so, wie sie sich eben eingerichtet hatten oder auch nicht. Mit großer Sorgfalt, Liebe und Behutsamkeit im Umgang mit Geschichte und Geschichten, Menschen und Landschaft hat Peter Steinbach die Drehbücher zu "Liebesau" geschrieben. Steinbach ("Heimat", "Herbstmilch", "Klemperer - ein Leben in Deutschland", "Jahrestage") ist in der Gegend von "Liebesau" aufgewachsen und hat eine innere Beziehung dazu. Mit hervorragender Besetzung wurde der Vierteiler unter der Regie von Wolfgang Panzer von Februar bis August 2001 in Sachsen-Anhalt in der Nähe von Wittenberg produziert.