Am 22. März 2000 wurde der US-Künstler Mark Lombardi erhängt in seiner New Yorker Wohnung aufgefunden. Laut Behörde war es Selbstmord, Fremdeinwirkung wurde ausgeschlossen Nur 48 Jahre alt wurde Lombardi, der in den Jahren zuvor mit seinen großformatigen Bildern berühmt geworden war, die die globalen Verstrickungen von Politik, Wirtschaft und Terrorismus visualisierten. Für seine aufwändigen Recherchen nutzte Lombardi übrigens ausschließlich öffentlich zugängliche Quellen. Sein bedeutenstes Werk "BCCI-ICIC & FAB, 1972-1991" stellt etwa die Verpflechtungen von Geheimdiensten zu Waffenhändlern, Schmugglern und internationalen Terroristen in einem analogen dar. Ihre Kontakte pflegten die Beteiligten über die BCCI ("Bank of Credit and Commerce International") und über die ICIC ("International Credit and Investment Corporation"). Als "BCCI-ICIC & FAB, 1972-1991" drei Wochen vor Lombardis Tod und kurz vor einer öffentlichen Ausstellung durch einen defekte Sprinkleranlage zerstört wurde, arbeitete der Künstler eine Woche wie ein Besessener, um sein Meisterwerk wiederherzustellen. Wie wichtig seine Arbeit auch für das FBI (das Lombardi zeitweise überwachte) war, zeigt die Tatsache, dass man "BCCI-ICIC & FAB, 1972-1991" nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Augenschein nahm, um nach Hintergründen und Erklärungen für die Geschehnisse zu suchen.

Der aus dem westfälischen Borken stammenden Dokumentarfilmerin Mareike Wegener, Regie-Absolventin der Kunsthochschule für Medien in Köln, ist das Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers gelungen, dessen Tod auch heute noch mit Fragenzeichen versehen ist. Warum versuchte Lonbardi etwa, "BCCI-ICIC & FAB, 1972-1991" unbedingt wiederherzustellen, bevor er sich selbst tötete? Fakt ist, dass sich Lonbardi seinerzeit in einer Lebenskrise befand, Fakt ist allerdings auch, dass er anonyme Drohanrufe erhielt und er sich mit seinen sogenannten "Narrative Structures" nicht nur Freunde gemacht hat. Dies ist sicher auch Stoff für Verschwörungsgtheoretiker, doch Wegener hält sich mit Wertungen zurück. Stattdessen lässt sie Lombardis Bilder sprechen und Freunde und Familie des Künstlers zu Wort kommen. "Mark Lombardi - Kunst und Konspiration" wurde 2012 mit dem Max-Ophüls-Preis im Wettbewerb Dokumentarfilm ausgezeichnet.



Foto: RealFiction