Der schüchterne Ángel, von der religiösen Mutter ständig kontrolliert und unterdrückt, will seine Männlichkeit unter Beweis stellen, indem er die schöne Freundin seines Stierkampflehrers Diego Montes zu vergewaltigen versucht. Als das nicht gelingt, behauptet er, der Täter in vier ungeklärten Mordfällen zu sein. Wegen seiner übernatürlichen Fähigkeit, Gewaltverbrechen als innere Vision mitzuerleben, kennt er als einziger den wahren Mörder. Denn Matador Diego Montes kann nach einer schweren Verletzung zwar nicht mehr in die Stierkampfarena, hat aber seine Obsession zum Töten nicht verloren. Er lernt Ángels Pflichtverteidigerin María Cardenal kennen, deren größte Lust darin besteht, den jeweiligen Liebhaber während des Orgasmus' zu ermorden. Die Polizei vermutet aber in dem Matador den gesuchten Serien-Mörder ...

Kultregisseur Pedro Almodóvar hat mit diesem Film ein faszinierendes und provokantes Werk um die lustvollen Abgründe menschlicher Leidenschaften und Todesbessenenheiten bzw. -sehnsüchte abgeliefert. Dabei spart er auch nicht mit bösen Attacken gegen Kirche (hier Opus Dei), Staat und veraltete gesellschaftliche Normen. Kameraeinsatz, Farbgestaltung und Schauspieler sind hier nahezu phänomenal, die gesamte Atmosphäre sehr dicht und recht düster und einzigartig, auch wenn Nagisa Oshima mit "Im Reich der Sinne" bereits eine ähnlich gelagerte Geschichte erzählt hat.

Foto: Universum