Die Geschichte von Kriegen und Teilungen hat die Menschen in der Grenzregion geprägt, aber auch ein Strom, der durch das Land fließt: die Memel, auf litauisch Nemunas. Besonders der Schriftsteller Sudermann und der Dichter Bobrowski beschrieben das enge Verhältnis der Menschen dort mit der sie umgebenen Landschaft und Natur. Diese nennen ihre Gegend auch "Klein-Litauen". Sie erzählen von ihrem Leben, vom Ende des Krieges und der Zeit, in der Litauen zur Sowjetunion gehörte, und von der Gegenwart. Und sie berichten von der einzigartigen Natur, die sie umgibt, am Strom und am Haff.

Wohl kein deutscher Dokumentarfilmer hat sich in seinem Filmen so intensiv mit seinen persönlichen Wurzeln beschäftigt wie Volker Koepp. Selbst im westlichen Hinterpommern geboren, porträtierte er zuvor die Regionen "Pommerland" (2005) und "Schattenland" (2006). Und bereits 2001 entstand "Kurische Nehrung" vor allem im Königsberger Gebiet, der russischen Exklave, die heute von Polen und Litauen umgeben ist. 2008 reiste Koepp mit seinem Kameramann Thomas Plenert erneut in die Niederungslandschaften der Memel, die früher "Preußisch–Litauen" genannt wurden. Und wieder kehrte er mit wunderbaren Landschaftsbildern und Porträts und Erzählungen der heutigen Bewohner zurück.

Foto: Salzgeber