Michel Petrucciani galt in der Musikwelt – nicht nur wegen seines Erscheinungsbildes - als Ausnahmeerscheinung. Mit der Glasknochenkrankheit geboren, blieb Petrucciani kleinwüchsig. Den körperlichen Mangel - er war nicht einmal einen Meter groß - machte der Sohn eines Musikers mit seinem musikalischen Talent wett. Er war schon in jungen Jahren einer der bemerkenswertesten Pianisten in der französischen Jazz-Szene. Seine ernorme Spielfreude, die brillante Technik und auch sein Charakter ließen ihn in der gesamten Jazzwelt schnell berühmt werden. Mit dem Wissen, nicht alt zu werden, lebte Petrucciani seinen Ruhm als Magier der Tasten exzessiv aus: Neben körperlich anstrengenden Tourneen frönte er mit seinem Lebenshunger auch den Drogen und liebte viele Frauen. Er starb am 6. Januar 1999 in New York. Beerdigt wurde er in Paris auf dem berühmten Friedhof Père Lachaise - neben Frédéric Chopin.

Regisseur Michael Radford porträtiert liebevoll den großartigen Musiker und Menschen Michel Petrucciani, der zweifellos einer der talentiertesten Musiker und - erstaunlicherweise bedingt durch seine Krankheit – einer der besten Techniker seines Instruments war und die Menschen mit seinem Talent begeisterte und bezauberte. Jedes Live-Konzert mit ihm war ein Ereignis. Zunächst erstaunt, dass ein Musiker an sein Instrument getragen wurde, viel einem schlicht die Kinnlade herunter, sobald seine Finger die Tasten berührten. Radfords Porträt des außergewöhnlichen Mannes lässt kaum eine Nuance aus, lässt Mitmusiker, Ehefrauen und Freunde zu Wort kommen und zeigt viele Konzertausschnitte und macht neugierig auf Petruccianis Musik. Großartig!



Foto: Jean Ber