Lange Jahre hat Miss Kicki - fast 50 und Alkoholikerin - im Ausland gelebt, während ihr mittlerweile 16-jähriger Sohn Viktor in Schweden von der Großmutter aufgezogen wurde. Als sie schließlich in ihre Heimat und zu ihrem Kind zurückkehrt, muss sie feststellen, dass das Verhältnis zu Viktor sehr distanziert ist. Eine Reise nach Taipeh, die sie gemeinsam mit ihm unternimmt, soll diese Distanz verringern. Doch Miss Kicki verfolgt mit ihrer Reise ein weiteres Ziel: Sie möchte einen taiwanesischen Geschäftsmann, mit dem sie eine Internetromanze pflegt, persönlich kennenlernen. Der Versuch ihrem Sohn näher zu kommen scheitert, als ihm seine "Alibifunktion" bewusst wird. Und während sich Miss Kicki betrinkt und nach ihrem Internetliebhaber sucht, macht sich Viktor allein auf den Weg durch Taipeh ...

Der schwedische Regisseur Håkon Liu liefert hier ein gelungenes Langfilmdebüt. Allerdings besticht der Film weniger durch seine Handlung - ein Nebeneinander von sensiblem Melodram über Einsamkeit und Freundschaft sowie einer Coming-of-Age-Story -, als vielmehr durch die grandiose schauspielerische Leistung der Protagonisten. Allen voran Pernilla August, die hier eindrucksvoll beweist, dass sie ihr Handwerk perfekt beherrscht. Die Rolle, die ihr quasi auf den Leib geschrieben wurde, füllt sie hervorragend aus und bringt das subtile Versteckspiel einer Alkoholikerin perfekt auf die Leinwand. Und auch Victor-Darsteller Ludwig Palmell überzeugt in seinem Spielfilmdebüt und lässt bei seiner einsamen Tour durch Taipeh einen Hauch von "Lost in Translation" durch die Geschichte wehen.



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