Nachdem Barbu mit überhöhter Geschwindigkeit einen Jungen angefahren hat, der kurz darauf seinen Verletzungen erlag, setzt nun seine Mutter alles daran, dem Sohn eine hohe Gefängnisstrafe zu ersparen. Denn Cornelia stammt aus der Oberschicht Rumäniens und glaubt, dass jeder im Land käuflich ist. So sucht sie nach Menschen, die für Geld eine Falschaussage machen, will sogar die Eltern des getöteten Kindes mit Geld dazu bewegen, von einer Strafverfolgung abzusehen und scheint bei ihren Aktionen jeglichen Pietätsgedanken von sich zu weisen. Doch mit diesem Verhalten seiner Mutter hatte Barbu schon immer Probleme ...

Der rumänische Regisseur Peter Calin Netzer ("Die Ehrenmedaille") erzählt hier trotz vieler dramaturgischer wie filmischer Schwächen eine durchaus interessante Geschichte, die zumindest die Jury der 63. Berlinale überzeugte. Denn die kürte das Werk mit dem Goldenen Bären für den besten Film. Rumänische Filme geraten nur selten in unsere Kinos und derlei Sozialdramen haben es auch im eigenen Land schwer. Obwohl vor allem von Luminita Gheorghiu als übermächtige Mutter stark gespielt, erreicht Netzer selten die Intensität wie etwa das rumänische Drama “Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage“. Einzig das Abbild des modernen Rumäniens nach dem Ende der Ceausescu-Diktatur vor über 25 Jahren wirkt durchaus ambivalent.



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