Ein Villa am See, irgendwo in Berlin: Theaterschauspielerin Irene hat ihren Besuch angekündigt. Sie war lange nicht mehr in dem Haus, in dem ihr Sohn Konstantin und ihr Ex-Mann Alex leben. Zu ihnen gesellt sich Agnes, die Freundin von Konstantin, die im Nachbarhaus aufwuchs und längst weggegangen ist, um zu studieren. Konstantin hingegen ist geblieben und widmet sich der Schriftstellerei. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass sich Mutter und Sohn weit voneinander entfernt haben. Alle Versuche, sich wieder zu finden, scheitern an einer Mischung aus Verletztheit, Verachtung und Ironie. Doch nicht nur das Verhältnis von Irene und ihrem Sohn ist nicht mehr das alte, auch Agnes und Konstantin haben sich nicht mehr viel zu sagen...

Regisseurin Angela Schanelec zeigte schon mit ihren Regiearbeiten "Marseille", "Mein langsames Leben" und "Plätze in den Städten", dass sie Spezialistin für genaue Alltagsbeobachtungen ist. Von den Kinogängern wurde dies in der Vergangenheit durchaus kontrovers aufgenommen, denn was für die einen zur quälenden Geduldsprobe wurde, charakterisierten andere als wunderbar inszenierten Alltag fernab gängiger Konventionen. Diese kontroverse Diskussion dürfte auch nach dem Drama "Nachmittag", für das Schanelec Anton Tschechows Theaterstück "Die Möwe" adaptierte und in dem sie selbst als Irene zu sehen ist, nicht verstummen.

Foto: Peripher/Reinhold Vorschneider