Die Überraschung ist groß, als der 15-jährige Sebastian bei seinem Vater Marcel auftaucht. Denn normalerweise lebt er bei seiner Mutter, doch als diese beschliesst, zu ihrem Freund zu ziehen, erinnert sich Sebastion an seinen arbeitslosen Vater, der in seiner schäbigen Wohnung am Prenzlauer Berg lebt und verzweifelt - aber ohne Erfolg - einen Job in der Sicherheitsbranche sucht. Sebastian bietet ihm natürlich seine Hilfe an und nach viel Überzeugungsarbeit ist der Vater schließlich bereit, die altklugen Ratschläge seines Sohnes anzunehmen. Die beiden entwickeln sich zu einem kameradschaftlichen Team...

"Netto" ist das Regiedebüt von von Robert Thalheim ("Am Ende kommen Touristen", "Westwind"), der seinen Low-Budget-Film - er kostete noch nicht einmal 5000 Euro - in gerade einmal 17 Tagen drehte. Mit viel Witz und Situationskomik erzählt er hier die Geschichte einer außergewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehung. Der zum Teil mit wackeliger Kamera, verschwommenen Bildern und schnellen Schwenks inzenierte Film lebt dabei besonders von den hervorragenden schauspielerischen Leistungen: So gibt Milan Peschel einen wunderbaren Vater, ganz hervorragend sind auch Sebastian Butz und Stephanie Charlotta Koetz als dessen erste große Liebe. "Netto" wurde 2005 mit dem Deutschen Filmkunstpreis und dem Jurypreis der Perspektive Deutsches Kino Berlinale ausgezeichnet.

Foto: Stardust