Waren die Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozesse die Abrechnung der Sieger mit den Besiegten? Oder sind hier Normen gesetzt worden, denen Angeklagte, Kläger, Regierungen und Soldaten seither verpflichtet fühlen. Gibt es ein Gerechtigkeitsgefühl, das den Menschen innewohnt? Diesen Fragen nach der "Moral von der Geschichte" geht Ophüls nach, wenn er in die Vergangenheit schaut und mit Kriegsveteranen (Algerien, Korea, Vietnam) und den Nachfahren diskutiert.

Herausgekommen ist ein aufschlussreiches Zeitzeugnis, in dem Angeklagte wie der ehemalige Großadmiral und letzten Staatschef des "Dritten Reiches", Karl Dönitz, wie Rüstungsminister Albert Speer und den Arzt Gerhard Rose auf der einen Seite sowie Ankläger wie der Amerikaner Telford Taylor, der Brite Lord Shawcross und der Franzose Edgar Faure auf der anderen Seite im Interview zu Wort kommen. Ebenso Eltern, Witwen, Studenten aus den USA und der Bundesrepublik... Daneben zitiert Marcel Ophüls ausführlich das im Gerichtssaal aufgenommene Dokumentarmaterial.