1932 - die Depression in den USA hat ihren Tiefpunkt erreicht. In einem billigen Tanzschuppen veranstaltet der Manager Rocky einen Tanzmarathon. Je länger das menschenverachtende Unternehmen dauert, desto häufiger kommen bei den Teilnehmern latente Gewalt und verzweifelte Existenznot zum Ausbruch. Zu ihnen gehören auch Gloria und Robert. Rocky versucht als Publicitygag, die beiden zu einer Trauung auf dem Parkett zu überreden. Man könne sich ja nach dem Marathon wieder scheiden lassen. Immer weiter vom öligen Rocky und dem sensationsgeilen Publikum angetrieben, das sich an ihrem menschlichen Elend ergötzt, tanzen immer weniger Paare immer entkräfteter ihre Runden. Wer zusammenbricht, wird von Schiedsrichtern auf Rollschuhen ausgezählt. Neun, zehn - aus der Traum vom Geld. Als die meisten Paare schon wegen Erschöpfung ausgeschieden sind, findet Gloria heraus, dass Rocky von der Siegesprämie angeblich aufgelaufene Spesen abzieht, so dass kaum noch etwas übrig bleibt. Physisch und psychisch am Ende verlässt Gloria den Saal und kommt mit einer Pistole zurück...

Sydney Pollacks "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem amerikanischen Mythos 'The Winner Takes It All' nach dem Depressions-Roman "Ums nackte Leben" ("They Shoot Horses, Don't They?") von Horace McCoy aus dem Jahr 1936. "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" wurde für neun Oscars (Jane Fonda als beste Hauptdarstellerin, Susannah York als beste Nebendarstellerin, Gib Young als bester Nebendarsteller, Sydney Pollack für die beste Regie, dazu noch adaptiertes Drehbuch, Ausstattung, Kostüme, Schnitt und Musik) nominiert und mit zahlreichen Kritikerpreisen ausgezeichnet. Den Oscar konnte allerdings nur Gib Young für seine Rolle als schmieriger Veranstalter Rocky entgegennehmen.