Sydney Pollack

War einer der herausragenden Regisseure
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War einer der herausragenden Regisseure Hollywoods: Sydney Pollack
Sydney Pollack
Geboren: 01.07.1934 in Lafayette, Indiana, USA
Gestorben: 26.05.2008 in Pacific Palisades, Los Angeles, Kalifornien, USA

Sydney Pollack gehörte über vier Jahrzehnte zu den herausragenden Gestalten des Hollywood-Kinos. Seine Vielseitigkeit hat er nicht allein in zahlreichen Genres bewiesen, er stand gelegentlich auch als Schauspieler in den Filmen seiner Regie-Kollegen vor der Kamera. In eigenen Filmen arbeitete er bevorzugt mit Robert Redford zusammen.

Pollack begann seine Laufbahn beim Fernsehen. So inszenierte er unter anderem die erste Folge der berühmten Serie "Dr. Kimble - Auf der Flucht" (1963). Seine ersten Kinoarbeiten sind "Stimme am Telefon" (1965) und das Sozialdrama "Dieses Mädchen ist für alle" (1965, nach einem Drehbuch des damals noch unbekannten Francis Ford Coppola) mit Robert Redford und Natalie Wood.

"Mit eisernen Fäusten" brachte ihn 1967 zum Western, für den er auch mit dem weitaus bekannteren "Jeremiah Johnson" (1971, mit Robert Redford) ein sicheres Gespür verriet. Nach dem Kriegsfilm "Das Schloss in den Ardennen" (1968) erregte Pollack großes Aufsehen mit "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" (1969), einer bitteren Parabel auf das Elend im Amerika der Weltwirtschaftskrise. Ein Endlos-Tanzwettbewerb steigert sich vom lockeren Vergnügen zur unmenschlichen Leuteschinderei. Für die Rolle des zynischen Conférenciers wurde Gig Young mit einem Oscar ausgezeichnet. Pollack selbst war zum ersten Mal für den Oscar nominiert.

"Cherie Bitter - So wie wir waren" , eine Geschichte über die Liebe einer kommunistische Jüdin zu einem reichen Kommilitonen, wurde 1973 um etliche Amerikakritische Passagen gekürzt. Pollacks Seitenhiebe auf die Kommunistenhatz des Senators McCarthy in den Fünfzigerjahren kamen bei den konservativen Studiobossen nicht an. Pollacks nächste Filme waren Thriller: "Die drei Tage des Condor" (1975) spielte mit der Möglichkeit, dass sich innerhalb des Geheimdienstes CIA totalitäre Strukturen herausbilden. Sein harter, in Japan angesiedelter Gangsterfilm "Yakuza" (1974, mit Robert Mitchum) kreist um Begriffe von Ehre und Loyalität in einem Umfeld von Gewalt und kulturellen Gegensätzen.

In der Remarque-Verfilmung "Bobby Deerfield" (1977, mit Al Pacino) findet ein risikofreudiger Rennfahrer über die unheilbare Krankheit seiner Frau zu einem sinnvolleren Leben. "Der elektrische Reiter" (1978, wieder mit Robert Redford) ist ein sogenannter Post-Western (also ein Western, der in der Gegenwart spielt) mit Seitenhieben auf Konsumdenken und Umweltverschandelung. Gesellschaftskritik steht auch in "Die Sensationsreporterin" (1981, mit Paul Newman und Sally Field) im Vordergrund. Eine garstige Journalistin treibt mit ihren Attacken einen Unschuldigen in Ruin und Selbstmord. Mit "Tootsie" (1982, mit Dustin Hoffman) zeigte sich Pollack wieder von einer freundlicheren Seite. Die Komödie wurde ein Welthit und brachte Pollack seine zweite Oscar-Nominierung ein.

Der große Liebesfilm "Jenseits von Afrika" (1985) übertraf den Erfolg des Vorgängers noch um ein Vielfaches, und Pollacks dritte Oscar-Nominierung war schließlich und endlich erfolgreich. Der Versuch, einen ähnlichen Triumph mit einem weiteren exotischen Liebesdrama zu wiederholen, schlug fehl: "Havanna" (1990) war ein kommerzieller wie künstlerischer Flop. Mit Tom Cruise in der Hauptrolle inszenierte er 1993 mit "Die Firma" die erste und beste von vielen Grisham-Verfilmungen. Dem folgte 1995 ein äußerst schwerfälliges Remake des Komödienklassikers "Sabrina" mit Harrison Ford und Julia Ormond. 1999 inszenierte Pollack - wieder mit Harrison Ford - das Schmalz triefende Melodram "Begegnung des Schicksals". Viel besser ist dagegen der Thriller "Die Dolmetscherin" (2005) und der Dokumentarfilm "Sketches of Frank Gehry" (2005).

Als Schauspieler war Pollack unter anderem zu sehen in "Robert Altmans "The Player" (1991), Woody Allens "Ehemänner und Ehefrauen" (1992), Robert Zemeckis' "Der Tod steht ihr gut" (1992), Steven Zaillians "Zivilprozess" (1999), in Stanley Kubricks Vermächtniswerk "Eyes Wide Shut" (1999), der Dokumentation "Stanley Kubrick - Ein Leben für den Film" (2000), in "Spurwechsel" (2002), "Ein perfekter Platz" (2006), "Michael Clayton" (2007) und "Verliebt in die Braut" (2008).

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