Der Arzt Dr. William Harford hat sich maskiert in eine skurrile Gesellschaft eingeschlichen: In einem Herrenhaus abseits von New York treiben es vor Williams Augen Menschen in unterschiedlichsten Konstellationen. In diese Situation geriet der Arzt nur, weil sich ihm seine Frau offenbarte. Sie erzählte ihm nicht nur einen sexuellen Traum, sondern dass sie ihn wegen eines Offiziers vor geraumer Zeit direkt verlassen hätte. William wurde dadurch in seinen Grundfesten so deftig erschüttert, dass er jetzt die Flucht nach vorne im Betrug sucht...

Leider ist Kubrick letzter Film kein Vermächtnis, denn es ist gleichzeitig - auch filmisch - sein schlechtestes Werk. Was unter prüden Amerikanern für Skandale sorgte, dürfte hier nur ein müdes Achselzucken bewirken. Die Sexszenen sind klinisch rein, die Orgienszene wirkt langweilig, zumal alle Personen eher lustlos hindrapiert wurden. Das ganze Konstrukt funktioniert kaum. Oder ist es wirklich denkbar, dass in der heutigen Zeit ein aufgeschlossener New Yorker Arzt aus allen Wolken fällt, wenn ihm seine Frau erzählt, dass sie es im Traum mit vielen Männern getrieben hat? Was in Schnitzlers "Traumnovelle" – sie spielt im Wien der 20er Jahre - noch funktioniert hat, ist in einer Zeit, in der Pornografie bzw. der Umgang mit Sex beinahe zum Alltag gehört, kaum schockierend. Hinzu kommen die vielen Schnitt- und Anschlussfehler, geschweige denn von einigen kaum akzeptablen Schauspielerleistungen. Hieße der Regisseur nicht Kubrick und die Darsteller nicht Cruise und Kidman, keiner würde sich für diesen Film wirklich interessieren.

Foto: Warner