Mord, Sex und jede Menge Lügen - warum nur versteht alle Welt diesen reinrassigen, weil ziemlich schwarzen Kriminalfilm als Satire? Ist die Geschichte vom Hollywood-Produzenten Griffin Mill, der aus lauter Angst vor dem Absturz immer weiter aufsteigt und im Vorbeigehen einen Mord begeht, so spaßig?

Am Anfang lässt Altman wie bei einer guten Opern-Ouverture alle Themen anklingen: Im Verlauf einer achtminütigen Kamerarundfahrt schnappt der Zuschauer Klatsch, Tratsch, Bösartigkeiten, Hoffnungen und Ängste auf. Ein flüchtiger Rundblick aufs Leben. Dass dieser Kamerablick durch Hollywood-Studios gleitet, gibt ihm Würze. Aber er könnte auch, wie in Altmans "Short Cuts" oder "Prêt-à-Porter", ganz andere Sozialgefilde ins Visier nehmen. Und von der Sorte des Karrieristen Griffin Mill, der unter schwerer Karriereknick-Paranoia leidet, gibt es in jeder Branche welche. Nein, wenn dieser Film das Hollywood-Establishment bloßgestellt hätte, wie Deutschlands Teenie-Programmzeitschriften trompeten, hätte Hollywood sich dabei nicht so wohlgefühlt und mitgespielt. Die Firma lässt sich nicht ans Bein pinkeln. Altmans Satire beißt nicht, darauf hatte er es hier nicht angelegt. Seine Botschaft ist eine positive: Als Mill sich in die Frau seines Mordopfers verliebt (begehrenswerter denn je: Greta Scacchi), wandelt er sich vom Yuppie zum Souverän. Greta Scacchi ist die einzige Person in dieser Geschichte, die nicht von Ehrgeiz zerfressen wird und zu lieben vermag. Das hat Altman gefallen, und dem Zuschauer gefällt es auch.