Irgendwo im tiefsten brasilianischen Amazonien: Als der junge Jo die Silvesterkollekte aus der Kirche klaut und sich in Windeseile aus dem Staub macht, rennt Dorfsheriff Rui hinter dem Dieb her. Nur mit viel Glück kann er Jo stellen, der ein großes Lauftalent an den Tag legt. Schon bald kommt Rui, ein großer Fan des Silvesterlaufs von Sao Paulo, eine ungewöhnliche Idee: Er will den begabten Dieb für besagten Lauf trainieren. Und tatsächlich, nach einem Jahr harten Trainings machen sich die beiden aus der unwegsamen Urwald auf den langen Weg nach Sao Paulo ...

Der aus St. Pölten stammende österreichische Filmemacher und Max-Reinhardt-Absolvent Herbert Brödl wurde besonders mit seinem sogenannten Äquator-Zyklus bekannt, für den er von 1993 bis 2007 insgesamt sechs Filme in Äquator-Regionen drehte. So auch diese stimmige Satire, die er - angesiedelt zwischen Fiction und Dokumentation - mitten im brasilianischen Bundesstaat Amazonas mit einheimischen Laiendarstellern inszenierte. Mit viel fokloristischem Lokalkolorit erzählt Brödl hier die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, spart dabei aber auch nicht mit Kritik an den in der Region herrschenden Zuständen, zeigt darüber hinaus jedoch die Lebensfreude und den Überlebenswillen von Menschen aus einfachsten Verhältnissen.

Foto: ZDF/WDR/Brödl