Während Frankreich an einer Strafrechtsreform arbeitet, die die Gefängnisse entlasten und die Resozialisierung der Häftlinge erleichtern soll, experimentieren andere europäische Länder schon länger mit Alternativen zum herkömmlichen geschlossenen Vollzug. In Finnland, Deutschland und in der Schweiz befindet sich knapp ein Viertel der Häftlinge, das sorgsam ausgewählt wurde, im halboffenen Vollzug. Das System basiert auf Vertrauen gegenüber den Häftlingen. Als Freigänger gehen die Inhaftierten außerhalb des Gefängnisses arbeiten. Außerdem kann ihnen Hafturlaub gewährt werden. Alle drei Länder praktizieren zudem den offenen Vollzug, ohne Gitter vor den Fenstern oder zusätzliche Wärter, um Fluchtversuche zu verhindern. Die Betriebskosten sind dreimal geringer als bei geschlossenen Strafanstalten. Ziel dieses offenen Vollzugs ist die Resozialisierung der Inhaftierten, das heißt deren Rückkehr in die Gesellschaft der freien Menschen, und die Prävention von Wiederholungstaten. Dieser neue Ansatz des Strafvollzugs sorgt für zahlreiche Kontroversen und wurde noch längst nicht überall umgesetzt. Insbesondere Frankreich ist gegenüber anderen Ländern deutlich im Rückstand. Anhand von Berichten von Insassen und Fachleuten wie dem früheren französischen Justizminister Robert Badinter, der sich schon 1982 für die Idee eines offenen Vollzugs aussprach, zeigt der Film, welche Alternativen es zukünftig im Strafvollzug geben kann.