Es ist trostloses Oktoberwetter in Rimini, als der dem Spiel und dem Alkohol zugeneigte Daniele Dominici im Gymnasium seine Stelle als Aushilfslehrer antritt. Trostlos ist auch seine Stimmung, nichts scheint ihn zu interessieren - bis auf seine Schülerin Vanina, eine neunzehnjährige Schönheit mit melancholischen Augen. Auch ihr gefällt der unangepasste Eigenbrötler. Doch ihre Beziehung ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt ...

Ein beinahe vergessenes melancholisches wie tragisches Meisterwerk von Regisseur Valerio Zurlini ("Tagebuch eines Sünders"), in dem er die unmögliche Liebe zwischen einem Lehrer und seiner Schülerin thematisiert. In der Hauptrolle des von Dario Di Palma hervorragend fotografierten Melodrams besticht der französische Superstar Alain Delon, der hier endlich einmal fernab seines Rollenklischees vom eiskalten Killer oder Ganoven zeigen konnte, dass er auch die leisen und zurückhaltenden Seiten der Schauspielerkunst beherrscht und seinem in einer Lebenskrise befindlichen Protagonisten die nötige psychologische Tiefe und Dichte zu geben versteht. In der Rolle der Vanina agiert ebenso überzeugend die junge Sonia Petrova, die im gleichen Jahr an der Seite von Romy Schneider und Helmut Berger in Luchino Viscontis Filmbiographie "Ludwig II." zu sehen war. Die große Filmkarriere blieb ihr allerdings versagt.

Foto: MDR/A22