Der junge Werbeagent Tom aus Montreal reist nach dem Tod seines Lovers Guillaume zu dessen Familie aufs Land. Eigentlich möchte er die Familie kennenlernen und an der Beerdigung teilnehmen. Doch er merkt schnell, dass er absolut unerwünscht ist.

Denn zum einen wusste Guillaumes Mutter nichts von der Homosexualität ihres Sohnes und glaubte stets, dass er eine Freundin hatte, die es offenbar nicht nötig hat, zur Beerdigung zu erscheinen. Zum anderen ahnt nur Guillaumes Bruder Francis schnell, um wen es sich bei Tom handelt. Er macht dem Besucher klar, dass er seinen Mund zu halten hat. Doch damit nicht genug: Francis überrumpelt Tom schließlich, der sich fortan auf ein seltsames Spiel aus Gewalt und Erniedrigung mit Francis einlässt ...

Im Ansatz interessant

Und wieder ein Film des zu Unrecht oft als Regie-Wunderkind bezeichneten Xavier Dolan ("I Killed My Mother"). Neben den viele Einstellungen zu Beginn, die absolut nichts zur Geschichte beitragen, nerven auch die vielen unzulänglich erklärten Verhaltensweisen der Protagonisten. Sie schmälen die im Ansatz interessante Geschichte erheblich.

Hier ging es wohl eher darum, das Leben auf dem Lande als brutale Tristesse darzustellen, als etwa das Psychogramm über den Verlust eines Menschen zu vertiefen. Dennoch erhielt der Regisseur, der hier erneut sein eigener Hauptdarsteller ist, für die Adaption des Theaterstücks von Michel Marc Bouchard bei den Filmfestspielen von Venedig 2013 den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik.